Mitgliederversammlung  2018

Die nächste Jahresversammlung der Claudius-Gesellschaft - Gäste sind herzlich willkommen - ist am

Sonnabend, 29. September 2018 um 15.00 Uhr

wieder im kleinen Gemeindesaal der Christus Kirche in Hamburg-Wandsbek (Schlossstr. 87, 22041 Hamburg, gegenüber der Kirche).

 

Zunächst wird der Hamburger Literaturwissenschaftler Jan Roidner M. A. einen Vortrag halten mit dem Titel:

"Klopstock hat nicht geschrieben, schreibt nicht und wird wohl auch nicht schreiben."

Versuch, die Freundschaft zwischen Matthias Claudius und Friedrich Gottlieb Klopstock zu bestimmen.

 

Das 18. Jahrhundert gilt auch als Zeitalter des Freundschaftskults und der Freundschaftsdichtung. Überhaupt ist die deutsche Literatur um 1800 wesentlich durch Dichterfreundschaften geprägt worden. Am berühmtesten zweifellos der Bund zwischen Goethe und Schiller, aber schon der Göttinger Hain und später auch die romantische Bewegung haben, etwa durch Achim von Arnim und Clemens Brentano, kreative Impulse durch ihre enge Koproduktion empfangen.

   Wie aber lässt sich die langjährige Beziehung zwischen Matthias Claudius und Friedrich Gottlieb Klopstock in dieser Hinsicht bestimmen? Obwohl sich beide rund 40 Jahre kannten und trotz Claudius’ früher Werbung um Klopstocks Gunst, kam es außer einer Nähe im privaten Umgang letztlich zu keiner produktiven Beziehung, die nachhaltige Spuren im Werk hinterlassen hätte.

   Wie lässt sich dieses merkwürdige Phänomen im Zeitalter poetischer Freundschaftsdiskurse erklären? Worin mögen die Ursachen liegen, dass sich weder Zusammenarbeit noch Wettstreit herausbildeten? Der Vortrag versucht, unter Berücksichtigung verschiedener Quellen, die Freundschaft zwischen Matthias Claudius und Friedrich Gottlieb Klopstock näher zu beleuchten. Anhand von Briefen, Äußerungen und einer exemplarischen kritischen Werklektüre entlang der Wegmarken Kopenhagen, Wandsbek und der Zeitenwende nach 1789 soll dem eigentümlichen Verhältnis der beiden nachgegangen werden.

 

.Jan Roidner M. A., Studium der Neueren Deutschen Literatur, Philosophie, Hispanistik und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, war von 2007-2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg (Walter-A.- Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur bei Prof. Dr. Frithjof Trapp und am IMK, Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft bei Prof. Dr. Heinz Hiebler). Seit 1997 ist er zudem freiberuflicher Dozent für Literatur und Philosophie u. a. an der Hamburger Volkshochschule, der Zentralbibliothek Hamburg und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

   Nach verschiedenen beruflichen Tätigkeiten in der Hamburger Medienwirtschaft und Verlagsszene, u. a. PAGE Verlag, SPIEGEL-Verlag und Gruner + Jahr (GEO Gruppe) ist Jan Roidner aktuell Redakteur bei einer Hamburger PR-Agentur. Von ihm sind diverse Publikationen erschienen, u. a. zum Werk von Joseph Maria Babo, August von Kotzebue, August Lafontaine, Johann Gottfried Schnabel, Christian August Vulpius, Clifford Geertz und Johann Friedrich Ernst Albrecht sowie Rezensionen zur Comic-Forschung. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ), der Deutschen Dante-Gesellschaft und der Hamburger Arbeitsstelle für Graphische Literatur (ArGL).

Geschenk  der  Bücherhalle  Wandsbek

Lange haben 31 Bücher von und über Matthias Claudius einen Dornröschenschlaf in der Bücherhalle Wandsbek (in Hamburg) gehalten. 

Die Bände seinerzeit gestiftet von Nachfahren der Familie Claudius stammen zum Teil sogar aus dem Jahre 1797. Die bücherhalleneigenen Bände führten bislang ein Nischendasein in dem für das Publikum nicht zugänglichen Regalen der Bücherhalle und stehen nun - sofern das gesamte Claudius-Archiv wieder eine neue Bleibe gefunden hat - Forschungs-zwecken zur Verfügung.

Lithographie  von  armin  mueller-stahl

Matthias Claudius gezeichnet von Armin Mueller-Stahl, 2015
Matthias Claudius gezeichnet von Armin Mueller-Stahl, 2015

Anlässlich des Doppeljubiläums (275. Geburtstag / 200. Todestag) schuf der Künstler Armin Mueller-Stahl eine Porträtzeichnung von Matthias Claudius, von der eine Lithographie (Auflage 80, Preis € 280,00) erstellt wurde.  Unsere Mitglieder können die Lithographie zu einem Vorzugspreis von € 240,00 käuflich erwerben. Bei Interesse schicken Sie uns bitte eine Email: eb[at]erlebessert.de

Weitere Informationen zu den Arbeiten von Armin Mueller-Stahl finden Sie beim Kunsthaus Lübeck.

Helle  reine  Kieselsteine

Helle reine Kieselsteine
Gedichte und Prosa von Matthias Claudius mit Interpretationen
Hrsg. von Reinhard Görisch in Verbindung mit der Claudius-Gesellschaft
Husum Verlag, 277 Seiten, geb. Format 13 x 20,5 cm, € 17,95 (ISBN 978-3-89876-797-2)
   In das Jahr 2015 fiel nicht nur der 200. Todestag, sondern auch der 275. Geburtstag des holsteinischen Dichters und Schriftstellers Matthias Claudius (1740–1815). Anlässlich dieses Doppeljubiläums entstand in Verbindung mit der Claudius-Gesellschaft ein Band, der Erläuterungen zu ausgewählten Texten Claudius’ enthält. Mit insgesamt 15 Gedichten neben fünf Prosatexten wurde der Schwerpunkt deutlich auf das lyrische Schaffen gelegt, wobei neben bekannten Texten auch weniger bekannte einbezogen wurden. So finden sich neben „Abendlied“ oder „Die Sternseherin Lise“ auch der Brief „An meinen Sohn Johannes, 1799“ oder „Über das Gebet“. Interpretationen zu den verschiedenen Texten stammen u. a. von Thomas Baumann, Klaus Goebel, Friederike Felicitas Günther, Lutz Hagestedt und Tanja Schurkus.
   Der Herausgeber Dr. Reinhard Görisch veröffentlichte zahlreiche Publikationen zu Matthias Claudius und seiner Zeit, so zuletzt „Matthias Claudius oder Leben als Hauptberuf“ (Marburg 2014). Seit 1990 ist er Mitglied des Vorstands der Claudius-Gesellschaft, deren Vorsitzender er von 2006 bis 2014 war. Seit 1992 wirkt er zudem als Herausgeber der „Jahresschriften der Claudius-Gesellschaft“.