Eine Rose für die Dichter

Mit einem musikalisch-literarischen Nachmittag erinnerten die Claudius-Gesellschaft  und die Christus Kirche Wandsbek am Samstag, 1. Juni 2019 um 16.00 Uhr an den niederdeutschen Schriftsteller Klaus Groth (1819-1899).

Immer am 1. Juniwochenende wird am Grab oder einer Gedenkstätte eines Dichters, einer Dichterin Rosen niedergelegt. Zum vierten Mal hat auch die Claudius-Gesellschaft an dieser überregionalen Aktion, die in diesem Jahr unter dem Motto „Was soll Gold? Ich liebe Rosen …“ aus einem Gedicht von Theodor Fontane stand, teilgenommen. Denn Theodor Fontane, Vertreter eines neuen literarischen Programms, „Bürgerlicher“ oder auch „Poetischer Realismus“ genannt, begeht 2019 seinen 200. Geburtstag. Als Theodor Fontane 1891 den Schillerpreis erhielt, ein nur alle drei Jahre ausgeschriebener und mit 1000 Gold-Talern dotierter Preis, musste er sich diesen jedoch mit einem anderen Schriftsteller teilen: mit Klaus Groth.

Auch jener hat in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag und, da ein Jahr später als Fontane 1899 in Kiel gestorben, zudem den 120. Todestag: Und der war genau am 1. Juni. Dies war Anlass genug, an den aus Heide stammenden Dichter, der neben dem Mecklen-burger Fritz Reuter maßgeblich für die Verbreitung des Niederdeutschen als Literatursprache verantwortlich war, zu gedenken. 

Nach einem Vortrag von Pastor Richard Hölck, trug der Sprecher Gerd Spiekermann aus der plattdeutschen Gedichtsammlung Quickborn, die Groth 1852 herausbrachte, 14 Gedichte vor. U. a. so bekannte wie „Min Jehann“, „Min Modersprak“ und „Abendfreden“ und bewies mit seiner Darbietung, dass der poetische Zauber auch heute noch lebendig ist. Groths Gedichte in Hoch-deutscher Sprache, die Hundert Blätter dagegen fanden in Groths Umfeld keinen großen Anklang und wurden von der Kritik verrissen. Über Johannes Brahms, der 13 Gedichten auswählte und darüber 11 Sololieder, zwei Duette und ein Chorlied komponierte, gelangten die hochdeutschen Gedichte doch noch zu einem gewissen Weltruhm. Sieben der Lieder waren an dem Nachmittag zu hören. Es sang der Bariton Dávid Czismár, Gerd Jordan begleitete ihn am Klavier.

 

Wir danken der Christus Kirche Wandsbek, die nicht nur die Kirche zur Verfügung gestellt, sondern zudem den Nachmittag ausgerichtet hat.

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Programm am Samstag, 6. Juni 2019
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Mitgliederversammlung 2018

Am Sonnabend, 29. September 2018 fand im kleinen Gemeindesaal der Christus Kirche in Hamburg-Wandsbek die jährliche Mitgliederversammlung der Claudius-Gesellschaft statt, bei der der Hamburger Literaturwissenschaftler Jan Roidner M. A. zunächst einen Vortrag mit dem Titel

"Klopstock hat nicht geschrieben, schreibt nicht und wird wohl auch nicht schreiben."

Versuch, die Freundschaft zwischen Matthias Claudius und Friedrich Gottlieb Klopstock zu bestimmen.

hielt. Das 18. Jahrhundert gilt auch als Zeitalter des Freundschaftskults und der Freundschaftsdichtung. Überhaupt ist die deutsche Literatur um 1800 wesentlich durch Dichterfreundschaften geprägt worden. Am berühmtesten zweifellos der Bund zwischen Goethe und Schiller, aber schon der Göttinger Hain und später auch die romantische Bewegung haben, etwa durch Achim von Arnim und Clemens Brentano, kreative Impulse durch ihre enge Koproduktion empfangen.

   Wie aber lässt sich die langjährige Beziehung zwischen Matthias Claudius und Friedrich Gottlieb Klopstock in dieser Hinsicht bestimmen? Obwohl sich beide rund 40 Jahre kannten und trotz Claudius’ früher Werbung um Klopstocks Gunst, kam es außer einer Nähe im privaten Umgang letztlich zu keiner produktiven Beziehung, die nachhaltige Spuren im Werk hinterlassen hätte.

   Wie lässt sich dieses merkwürdige Phänomen im Zeitalter poetischer Freundschaftsdiskurse erklären? Worin mögen die Ursachen liegen, dass sich weder Zusammenarbeit noch Wettstreit herausbildeten? Der Vortrag versucht, unter Berücksichtigung verschiedener Quellen, die Freundschaft zwischen Matthias Claudius und Friedrich Gottlieb Klopstock näher zu beleuchten. Anhand von Briefen, Äußerungen und einer exemplarischen kritischen Werklektüre entlang der Wegmarken Kopenhagen, Wandsbek und der Zeitenwende nach 1789 soll dem eigentümlichen Verhältnis der beiden nachgegangen werden.

 .Jan Roidner M. A., Studium der Neueren Deutschen Literatur, Philosophie, Hispanistik und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, war von 2007-2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg (Walter-A.- Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur bei Prof. Dr. Frithjof Trapp und am IMK, Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft bei Prof. Dr. Heinz Hiebler). Seit 1997 ist er zudem freiberuflicher Dozent für Literatur und Philosophie u. a. an der Hamburger Volkshochschule, der Zentralbibliothek Hamburg und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

   Nach verschiedenen beruflichen Tätigkeiten in der Hamburger Medienwirtschaft und Verlagsszene, u. a. PAGE Verlag, SPIEGEL-Verlag und Gruner + Jahr (GEO Gruppe) ist Jan Roidner aktuell Redakteur bei einer Hamburger PR-Agentur. Von ihm sind diverse Publikationen erschienen, u. a. zum Werk von Joseph Maria Babo, August von Kotzebue, August Lafontaine, Johann Gottfried Schnabel, Christian August Vulpius, Clifford Geertz und Johann Friedrich Ernst Albrecht sowie Rezensionen zur Comic-Forschung. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ), der Deutschen Dante-Gesellschaft und der Hamburger Arbeitsstelle für Graphische Literatur (ArGL). 

 

Im Anschluss kamen die Mitglieder der Claudius-Gesellschaft zur Jahreshauptversammlung zusammen und wählten u. a. - laut Satzung § 3 - den Vorstand, der sich für die nächsten vier Jahre wie folgt zusammensetzt:

Vorsitzende: Erle Bessert M. A. (Hamburg)

Stv. Vorsitzender: Jürgen Wehrs (Hamburg)

Schatzmeister: Wolfgang Eschermann (Hamburg)

Beisitzer: Martin Grieger (Hamburg), Hans-Günter Haack (Hamburg) und Stephan Lesker M. A. (Rostock)  

eine  rose  für  die  dichter

Am Sonnabend, 2. Juni 2018 (15:00 Uhr) nahm die Claudius-Gesellschaft zum dritten Mal an der überregionalen Aktion „Eine Rose für die Dichter“ teil. Ort war dieses Mal wieder der Historische Friedhof an der Christus Kirche Hamburg-Wandsbek (Robert-Schuman-Brücke 1, 22041 Hamburg)

 

Rosengedichte und Pflanzung des Rosenstocks
„Matthias Claudius“

Nach dem musikalischen Vortrag von Pastor Richard Hölck (der Pianist Gerd Jordan spielte Stücke von W. A. Mozart und F. Chopin) wurde am Grab von Matthias Claudius und seiner Frau Rebecca ein Rosenstock der Rosenart „Matthias Claudius“ – eine Neuzüchtung von Rosen Tantau Uetersen – gepflanzt. Im Anschluss daran gab es für die ca. 80 Besucher die Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen in der Taufkapelle der Christus Kirche auszutauschen. In diesem Jahr stand die Rosenaktion unter dem Motto "Unzählig blüh´n die Rosen" aus der vierten Strophe der berühmten Ode "Abendphantasie" (1799) von Friedrich Hölderlin (1770-1843), dessen Todestag sich am 7. Juni 2018 zum 175. Mal jährt.

Erle Bessert (li.), Jens Krüger (re.)
Erle Bessert (li.), Jens Krüger (re.)

Mit herzlichem Dank an Herrn Jens Krüger von der Firma Rosen Tantau  in Uetersen/Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein, der uns nicht nur den Rosenstock Matthias Claudius geschenkt, sondern ihn auch eigenhändig eingepflanzt hat!

 

Eine Kooperationsveranstaltung der Christus Kirche Wandsbek und der
Claudius-Gesellschaft e. V.

Mitgliederversammlung  2017

Die Mitgliederversammlung der Claudius-Gesellschaft fand am Sonnabend, 30. September 2017 um 15.00 Uhr im Gemeindehaus der Christus Kirche Hamburg-Wandsbek (Schlossstr. 78, 22041 Hamburg, gegenüber der Kirche) statt.

Zunächst hielt Stephan Lesker M. A. einen Vortrag mit dem Titel "... Und setze mich auf Extrapost, Land Asia zu besuchen." - Eine Reise zu den "Urkenntnissen" der Menschheit: Die Asiatische Vorlesung von Matthias Claudius. Claudius hat Asien in seinem Leben nie bereist. Dafür hat er sich in seinen Texten oft ausgemalt, wie ein Besuch auf dem fremden Kontinent hätte sein können. Urians Reise um die Welt oder die Nachricht von meiner Audienz beim Kaiser von Japan sind nur zwei Zeugnisse aus seinem Werk, die dies belegen. Die Asiatische Vorlesung, die in der Claudius-Rezeption eher ein Schattendasein führt, ist das umfangreichste Zeugnis der Faszination, die der Wandsbecker für diesen unermesslich großen Kulturraum hegte. Handelt es sich bei seinem Text aber tatsächlich um eine „Vorlesung“?

Die Irritationen, die dieser Titel verursachen könnte, hat Claudius eingangs selbst thematisiert – seinem Leser immer einen Schritt voraus. Claudius gibt Auskunft über einen Raum, der zwar als Ursprung der menschlichen Kultur angesehen wurde, jedoch in Europa als rückständig galt. Er respektiert Asien als Wiege des Menschengeschlechts, und schlägt literarisch Kapital aus der Inkommensurabilität der zivilisatorischen Maßstäbe zwischen Morgen- und Abendland.

Der Vortrag von Stephan Lesker ging dem Text und seinen Quellen nach, stellte ihn in den Kontext des Werkes und zeigte auch, dass Claudius vom Orient fasziniert war und an ihm seinen (Sprach-)Witz erprobte.

Stephan Lesker M. A. (Jahrgang 1984) studierte von 2005-2011 Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften an der Universität Rostock, wo er von 2011-2015 Lehrbeauftragter war. Seit 2015 ist Stephan Lesker wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Literatur der Universität Rostock.

eine  rose  für  die  dichter

fand am Sonnabend, 3. Juni 2017 (um 14.00 Uhr)  auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg statt.

 

Der Treffpunkt war auf der Friedhofsseite des Bestattungsforums (Fuhlsbüttler Str. 758, U-/S-Bahnstation Ohlsdorf) auf der großen Treppe gegenüber dem Mahnmal für die Opfer der NS-Verfolgung.  Von dort sind wir zu Fuß zum Grab von Wolfgang Borchert [AC5 (6)] gegangen. Die Dauer der Veranstaltung betrug ca. 30 Minuten.

Jedes Jahr am ersten Juni-Wochenende ehrt der deutschlandweit tätige Verein Literaturlandschaften  Dichterorte mit einem Rosentag. Literaturfreunde sind dabei eingeladen, sich mit einer Rose in der Hand aufzumachen an ein Dichtergrab oder an einen anderen mit einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller verbundenen Ort, um mit dieser kleinen Geste an die Person und das Werk zu erinnern.

 

   2016 nahm die Claudius-Gesellschaft e. V. erstmals an der Aktion teil. In diesem Jahr ist eine kleine Gruppe am Grab Wolfgang Borcherts zusammenkommen. Mit Wolfgang Borchert, er starb vor 70 Jahren, ehren wir einen Dichter, dessen literarischer Pazifismus („Dann gibt es nur eins!“) durchaus auch auf Matthias Claudius zurückweist, der mit seinem oft zitierten „Kriegslied“ für eine vehemente Anklage von Kriegsgräueln und Kriegsleid steht.

   Doch auch weitere zumeist vergessene Hamburger Schriftsteller/innen, deren Gräber wir nicht alle besuchen konnten, an die wir aber hiermit und mit dem einen oder anderen vorgetragenen Text erinnerten, haben in diesem Jahr Gedenktage:

Elise Averdieck (110. Todestag), Johanna Auguste Sophie Beier (100. Todestag), Hinrich Borkenstein (240. Todestag), Barthold Heinrich Brockes (270. Todestag), Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (280. Geburtstag), Johann Georg Greflinger (340. Todestag), Johann Rist (410. Geburtstag/350. Todestag), Hans Erich Nossack (40. Todestag), der ebenfalls auf dem Ohlsdorfer Friedhof [U22 (8-27)] begraben ist, und natürlich Heinrich Heine (220. Geburtstag) … Wenngleich weder in Hamburg geboren (1797 in Düsseldorf) noch gestorben (1856 in Paris), so hat Heine in Hamburg – in der „schönen Wiege seiner Leiden“ – bis zu seiner Emigration insgesamt ca. sechseinhalb Jahre verbracht.Indem wir eine Brücke von Claudius zu Borchert und anderen Schriftsteller und Schriftstellerinnen schlagen, können wir dazu beitragen, dass aus der deutschlandweiten Aktion "Eine Rose für die Dichter" neue Impulse für die Kooperation und den Austausch zwischen den literarischen Gesellschaft - und dies nicht nur in Hamburg - erwachsen.

 

Wer beim Rundgang nicht dabei sein konnte, kann hier einen kleinen Eindruck bekommen.

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Arche - Eine  KOMPOSITION  VON  JÖRG  WIDMANN

In der Komposition ARCHE - Ein Oratorium für Soli, Chöre, Orgel und Orchester, die am Freitag, 13. Januar 2017 in der Elbphilharmonie von den Hamburger Philharmonikern unter dem Dirigat des Generalmusikdirektors Kent Nagano uraufgeführt wurde, verwendet Jörg Widmann neben Texten u. a. von Heinrich Heine, Hans Christian Andersen, Klabund, Clemens Brentano und Friedrich Schiller auch vier Gedichte von Matthias Claudius.

Im Programmheft dazu schreibt er: „[…] Ich wollte seine Texte unbedingt auf die Arche mitnehmen. Die Einfachheit seiner Sprache, die Bescheidenheit und Demut darin sind im Stande, nicht die Welt zu erklären, das wäre falsch, aber dem Menschen Geborgenheit und Trost zu spenden. Das ist keine falsche Idylle, im Gegenteil; seine Dichtung kommt aus einem sehr norddeutschen Realismus heraus. Er schafft es durch seine Dichtung, dass wir uns aufgehoben fühlen. Diese Claudius-Texte behandeln große Themen: den Tod, die Liebe, den Menschen. […]“ (S. 13 f.)

Von  der  Biographie  zum  roman

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Claudius-Gesellschaft e. V. am Sonnabend, 12. November 2016, um 15.00 Uhr im Gemeindehaus der Christus Kirche Hamburg-Wandsbek hielt die Schriftstellerin Tanja Schurkus einen Vortrag "Von der Biographie zum Roman" – Das making-of einer Romanbiographie über den Wandsbeker Bothen und plauderte ein wenig aus dem literarischen Nähkästchen. Lebendig referierte sie über den Werdegang des Buches von der ersten Idee, über die Recherche bis hin zum Verkaufsregal im Buchladen. Im direkten Anschluss daran bestand die Möglichkeit, sich mit der Autorin auszutauschen, woraus sich eine lebhafte Diskussion entwickelte.

Tanja Schurkus ist ausgebildete Buchhändlerin und studierte Literaturwissenschaftlerin. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem "langen 19. Jahrhundert". Neben "Matthias Claudius" ist im Brunnen Verlag 2014 mit "Schwester Melisse" ein biografischer Roman über die Gründerin von Klosterfrau Melissengeist erschienen sowie historische Krimis in anderen Verlagen. Tanja Schurkus lebt und arbeitet in Köln, u. a. als Redakteurin für das online Magazin "Histo-Journal". Sie ist Mitglied des Kölner Literaturateliers und der Literaturgruppe FAUST. Mehr zu ihrer Arbeit und weiteren Veröffentlichungen unter www.tausendseiten.de.

eine  rose  für  die  dichter

Michael Pommerening, Erle Bessert, Richard Hölck (v.l.n.r)
Michael Pommerening, Erle Bessert, Richard Hölck (v.l.n.r)
Erstmals hat sich die Claudius-Gesellschaft an der Aktion "Eine Rose für die Dichter", die der überregional agierende Verein Literaturlandschaften seit 1998 pflegt, beteiligt.
Bei strahlendem Sonnenschein sind am Sonnabend, 4. Juni 2016 um Punkt 14 Uhr ca. 25 Interessierte am Grab von Matthias Claudius und seiner Frau Rebecca auf dem Historischen Friedhof in Hamburg-Wandsbek (direkt neben der Christus Kirche) zusammengekommen, um zum Gedenken an den Wandsbeker Bothen  nicht nur eine Rose niederzulegen, sondern - auf Anregung unserer Mitglieder RA Michael Pommerening und Pastor Richard Hölck - auch einen Rosenstock der Sorte "Rebecca" zu pflanzen.

Ausstellung  zum  Jubiläumsjahr

Die Ausstellung "Der ‚Wandsbecker Bothe': Claudius, Klopstock & Konsorten"
war vom 5. Mai bis 15. August 2015 in der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg-Wandsbek zu sehen. Weitere Informationen zur Ausstellung und den Begleitveranstaltungen finden Sie auf dem Flyer.

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der grosse Claudius-festakt

fand am  Sonnabend, den 12. September 2015 um 12.00 Uhr in der Christuskirche Hamburg-Wandsbek statt.

Zu Ehren des bekannten Dichters sprach Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Ebenfalls dabei waren der Wandsbeker Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff, die Vorsitzende der Claudius-Gesellschaft e. V., Erle Bessert, und der Wandsbeker Autor RA Michael Pommerening. Prominenter Gast war der Pop-Sänger und Musiker Michy Reincke, der sein Abitur am Matthias-Claudius-Gymnasium in Wandsbek ablegte. Er trug Gedichte und Texte von Matthias Claudius vor, während der Kirchenkantor der Christuskirche, Gerd Jordan, gemeinsam mit weiteren Musikern für den kammer-musikalischen Rahmen mit vertonten Claudius-Texten, unter anderem von Franz Schubert, sorgte.

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seelenverwandte: philippe Otto runge und Matthias Claudius.  Ein Abend mit Kunst-Musik-Literatur

(Donnerstag, 1. Oktober 2015 um 19.00 Uhr in der Hamburger Kunsthalle)

„Was verbindet den romantischen Maler der Hülsenbeckschen Kinder  Philipp Otto Runge mit dem Lyriker und Journalisten Matthias Claudius, dessen bekanntestes Werk Der Mond ist aufgegangen  selbst Kinder kennen?
Beide lebten zeitweise in Hamburg und verkehrten in denselben Künstlerkreisen der Stadt, in denen neben Literatur und bildender Kunst auch Musik eine große Bedeutung hatte. Sogar von einer Seelenverwandtschaft der beiden Künstler spricht Martin Geck in seiner aktuellen Claudius-Biographie. 
Neben einer Führung zu Runges Werken diskutierte Prof. Dr. Hubertus Gaßner mit dem Kurator des 19.  Jahrhunderts, Dr. Markus Bertsch, über Runge und Claudius. Es moderierte Dr. Stefan Brandt. 
Musikalisch gestaltet wurde der Abend von dem bekannten Liedinterpreten Knut Schoch (Tenor) und Henning Lucius (Klavier) mit Werken von Zeitgenossen wie Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Christian Friedrich Daniel Schubart, Carl Loewe, Johann Abraham Peter Schulz u. a.
Veranstalter Kunsthalle Hamburg in Zusammenarbeit mit der Philipp Otto Runge Stiftung

notwendige Berichtigung  der Legende vom braven Mann - Arno Schmidt und Matthias Claudius

Der Vortrag von Prof. Dr. Lutz Hagestedt, Universität Rostock  fand am Montag, den 9. November 2015, um 19.00 Uhr, im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Claudius-Gesellschaft im Gemeindehaus der Christuskirche Hamburg-Wandsbek (Schlossstr. 78 in 22041 Hamburg) statt.

In der Kunst, ebenso wie in der Literatur, entwickelt sich „Wesentliches mitunter vom Rande her“. Arno Schmidt hat sich nicht eingehend zu Claudius geäußert, selten auf ihn angespielt. Kaum ist bekannt, was Schmidt von Matthias Claudius gelesen haben könnte – das Rheinweinlied wird erwähnt, das Abendlied, aber sonst? Der Vortrag postuliert, dass Matthias Claudius in Schmidts Werk zu den Auctores minores gehört, auf die ein interessierter Seitenblick fällt. Er wird damit anders (geringer) gewichtet, als es seiner Stellung im 18. Jahrhundert zukäme. Zugleich wird die These verfochten, dass Schmidt einerseits mit Stereotypen des Claudius-Bildes der fünfziger Jahre arbeitet, dass er gleichwohl aber spannend-federnd differenziert und dadurch Schätzenswertes an Claudius entdeckt.Prof. Dr. Lutz Hagestedt (Universität Rostock) ist langjähriges Mitglied der Claudius-Gesellschaft. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen im Bereich der Neueren und neuesten deutschen Literatur (von 1750 bis zur Gegenwart). Neben der Belletristik in historischer und systematischer Perspektive interessieren ihn die pragmatischen Aspekte der Literatur und Literaturvermittlung: Buchhandels- und Verlagsgeschichte, Literaturkritik, Literarisches Leben. 

Matthias Claudius – in Musik gesetzt - Zur Wirkungsgeschichte seiner Lyrik in Vertonungen

Vortrag von Dr. phil. Reinhard Görisch, ehem. Vorsitzender der Claudius-Gesellschaft e. V. (Dienstag, den 10. November 2015, 20.00 Uhr in der Evangelischen Akademie Wandsbek, Gemeindehaus, Schlossstr. 78 in 22041 Hamburg)

Viele Gedichte von Matthias Claudius signalisieren schon im Titel, dass sie nicht nur gelesen, sondern gesungen sein möchten, allen voran das „Abendlied: Der Mond ist aufgegangen“ mit der kongenialen Melodie von J. A. P. Schulz. Dieses Lied ist aber mehr als 75mal vertont worden! Und seit 1772 bis in die jüngste Gegenwart sind ca. 1.300 Vertonungen zu ca. 120 Claudius-Texten nachweisbar, die auf ihre Weise Gedichte des Autors vermitteln und interpretieren. Der Vortrag ging insbesondere auf wirkungsgeschichtliche Aspekte ein, daneben wurden etliche Musikbeispiele vorgestellt.

boten der Poetik - eine Begegnung in hamburg

Lieder von Gustav Mahler und Othmar Schoeck´s "Wandsbeker Liederbuch" nach Matthias Claudius (Sonntag, 6. Dezember 2015, 16.00 Uhr, im Lichtwarksaal, Neanderstr. 22 in 20459 Hamburg)
mit Britta Glaser (Mezzosopran) und Matthias Veit (Klavier / Rezitation)

Kurzvorträge von Prof. Dr. Laurenz Lütteken, Vorstand Musikwissenschaftliches Institut Zürich,
und
Erle Bessert M. A., Vorsitzende Claudius-Gesellschaft e.V.

Eine Kooperation mit der Gustav Mahler Vereinigung e. V. Hamburg